17
Feb
2018
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Selbstständig !

Geschafft ! Ziel erreicht !
Ihr meint, dass mir das durch den Kopf ging, als ich beschloss meinen alten Job an den Nagel zu hängen ?

Bestimmt nicht – denn der Weg von „Ich mach mal ein paar Hochzeiten und schaue was passiert“  hin zu „Ich könnte damit tatsächlich
meinen Lebensunterhalt bestreiten“ war nicht einfach und mit vielen Zweifeln und Ängsten übersäht.

Als ich im Jahr 2016 meine erste Hochzeit fotografierte, war mir nicht klar, was die nächsten 2 Jahre auf mich zukommen könnte. 2016 war mein
Auftragsbuch mit stolzen 6 (SECHS) Hochzeiten gefüllt und ich fühlte mich wie ein König. Als ich die letzte Hochzeit im September 2016
fotografierte, hatte ich bereits rund 20 Buchungen für 2017 und da war das Ende noch nicht erreicht.


Aber: Das Ganze war auch einfach meinen damaligen Preisen zuzuschreiben. Wer glaubt, er sei ein toller Hecht, weil er für 800 Euro-Reportagen
schon im Vorjahr fürs Folgejahr ausgebucht ist – der wird später große Augen machen, wenn er seine Preise auf „Selbstständigen-Niveau“ anhebt.
Und damit meine ich nicht, einfach nur 19% anzuheben, sondern all das zu kalkulieren, was du Monat für Monat abdrücken musst.
Er wird dann erleben, dass er sich unbewusst ein Kundenfeld geschaffen hat, die in erster Linie Geld sparen wollen. Nicht alle – aber viele gehen
gerne Kompromisse in der Bild-und Arbeitsqualität ein, wenn sich dadurch ein paar 100 Euro sparen lassen. Und die werden es Ihren Freunden
und die werden es ihren Freunden erzählen und die werden es ihren Freu…… Ihr wisst was ich meine.

Für mich war das von Beginn an keine Option und ich habe meine Preise mit Bedacht kalkuliert. Ich war nicht der teuerste aber in keinem Fall gehörte
ich zu den „Billigen“

„Du bist zu günstig – sagten mir viele Fotografen  … wenn du Anfang des Jahres schon ausgebucht bist.“ Und genau so war es auch.

Wenn du irgendwann in die Preisregion von 2000 Euro kommst, dann merkst du wie „gut“ du wirklich bist oder glaubst zu sein. Dann schauen die Paare
genauer hin, vergleichen wie der Teufel. Du kassierst Absage um Absage – weil viele durch ihre Freunde und Bekannten noch deine alten Preise kennen
und sich plötzlich fragen: „Häh ?? Letztes Jahr noch 600 Euro – dieses Jahr schon 1200,00  ??“  In dem Fall zählt nur noch, dass du anders bist als andere.

„Außergewöhnlich“ habe ich schon von Brautpaaren gehört und ich runzelte die Stirn 🙂 Aber wenn das nunmal der Eindruck ist, den meine Arbeit macht,
dann will ich das nicht abstreiten 🙂  Aber es ist das, was später dazu führt, dass die Leute DICH wollen – und keinen anderen.

Wer diesen Punkt erreicht, der kann sich glücklich schätzen. Ich bin noch nicht in dieser Liga angekommen aber ich bemerke schon, dass eine große Zahl Paare
genau das wollen, was ich mache. Die wollen keinen Fotografen, der es genauso macht, wie jeder andere. Denn, wieso sollten sie denn dafür viel Geld ausgeben ?

Das beutetet, dass man sich Woche für Woche den Arsch aufreißen muss. Nichts anderes. Wer es nicht tut, wird irgendwann zu „den anderen“ gehören – davon bin
ich überzeugt. Und irgendwann hat man vielleicht auch keinen Bock mehr 12 Stunden zu fotografieren und dafür 500 Euro zu bekommen.

Ich habe nun rund 50 Hochzeiten fotografiert und erlebt, dass der Spruch „Harte Arbeit zahlt sich aus“ keinesfalls eine Floskel aus dem vorigen Jahrhundert ist.
Man muss nur davon überzeugt sein, dass es keiner besser kann als man selber. Ne kleine Portion Überheblichkeit schadet manchmal nicht.

Ich weiß nicht, was mit mir in 5 Jahren ist, aber wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich das hier für den Rest meines bescheidenen Lebens tun.

Im Dezember habe ich meinen alten Job, den ich immerhin inkl. Ausbildung rund 12 Jahre gemacht habe , an den Nagel gehangen.
Als ich das schriftlich vor mir liegen hatte, war das eine sehr unwirkliche Situation, denn es stand für alles, wovor ich immer Angst hatte.
Vermeintliche Sicherung, doppelter Boden, Netz – alles weg.

Du fällst frei und wartest auf den Aufschlag. Das ist die Angst, die viele umgibt. Und deswegen werden viele bis zum Ende ihres Lebens eben einfach so weiter
machen und dann kann man immerhin mit 68 sagen: „Puh – geschafft – alles gut überstanden. Jetzt kann ich endlich jeden Tag angeln gehen.“

 

Und damit zitiere ich den Stilpiraten der schon oft Paul Arden zitierte:

„Es kommt nicht darauf an wer du bist, sondern wer du sein willst“

 

Zum Schluss möchte ich all denen Danken, die mich so toll unterstützten – die mich weiterempfohlen haben als ich sogar noch nicht so recht an mich geglaubt habe.

Hier geht mein Dank an:

Niklas Coen von  http://www.dreamcatcher-photography.de

Peter Stollenwerk  von   http://www.hochzeitsfotografie-aachen.de

Becci Küpper  von  http://www.becci-kuepper.de

Niels Gaury (  https://www.facebook.com/niels.gaury )   , der mir auch schon ein ums andere Mal tolle Paare vermittelt hat.

Martin Lowis für seine tolle Beratung zu meiner Versicherung und den super Support  ( https://www.debeka.de/svb/hueckelhoven/index.html )

Und natürlich auch an die über 1100 Fans bei Facebook , Instagram , ect….

 

Ich freu mich unendlich, dass all das hier irgendwie funktioniert hat. Vielen Dank für eure Unterstützung.

 

Euer Matthias

 

 

 

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