Reminiszenz

Reminiszenz

„Es wurde schon alles fotografiert – nur noch nicht von jedem“

 

Dieses abgewandelte Zitat von Karl Valentin muss ich mir manchmal in einer fotografischen Findungsphase immer wieder selber vorbeten, trifft es doch genau auf das Projekt zu, welches ich hier vorstellen möchte.

Schwarz-weiß Fotografie im Stil der alten Hollywood-Filme, Film Noir, Glamour  – das ist nun wirklich nichts neues. Yousuf Karsh, George Hurrell oder Vincent Peters als noch lebender Fotograf – das sind Namen, über die ich während meiner Recherche gestolpert bin. Es gibt wohl unzählige – auch Unbekannte Fotografen – mehr, aber die drei sind bei mir als Ikonen dieser Zeit/ dieses Stils hängen geblieben. Wir erleben ja in den letzten Jahren ein Revival nach dem anderen. Polaroid kommt wieder, Shabby Chick, Vintage, Retro – wir klammern uns an das Vergangene und ich finde es gut, dass man diesen Dingen auch wieder neues Leben einhaucht. Das möchte ich ebenfalls mit meinem Projekt erreichen. Mal kurz in eine vergangene Zeit abtauchen – eine Reminiszenz.

Was war die Idee ?

Als ich mir nach der letzten Hochzeits-Saison überlegte, womit ich denn meine freie fotografische Zeit füllen könnte, da kam natürlich – wie bei vielen Fotografen – die Idee, ein „Langzeitprojekt“ zu starten. Aber sollte dieses Projekt dann am Ende nur als Blogpost hier enden ? Nein, ich wollte etwas „schaffen“, was man dann hinterher auch in die Hand nehmen kann. Also entschloss ich mich dazu, eine Fotostrecke im Stil der o.g. Themen zu machen. Schwarz.weiß, körnig, unscharf – alles so Begriffe die man in der Hochzeitsfotografie-Branche seltener antrifft. Aber genau das reizte mich so daran. Auch sollte das eingesetzte Equipment keine Materialschlacht werden. Ich entschloss mich schnell dazu ausschließlich zwei Objektive zu verwenden. Ein olles und versifftes Minolta 55 1.7 und meine heißgeliebte 37mm Squeezerlens. Das letztgenannte Objektiv ist eher ein Malstift als ein Objektiv. Man „malt“ damit ein Bild. Das drehen, quetschen und ziehen am Objektiv und die daraus resultierende Unschärfe hatte mich sehr schnell süchtig gemacht und seit rund 1 1/2 Jahren fotografiere ich mit diesen Objektiven. Als dann dieses Projekte hier Formen annahm, wusste ich, dass das mein Hauptobjektiv werden würde. Es passt einfach so sehr zu dem von mir angestrebten Look. Dazu würde ich ausschließlich mit zwei Scheinwerfern ( Arri ) arbeiten, weil mir der Einsatz von hochmodernen Blitzgeräten einfach völlig unpassend erschien – zumal damals auch nur mit Scheinwerfern fotografiert wurde.

Wen will ich denn fotografieren ?

Dann brauchte ich noch Modelle – hm , ja – natürlich könnte ich jetzt TIEF in die Tasche greifen und mir dutzende Modelle nach Hause bestellen. Die wüssten was zu tun ist und die Bildausbeute wäre entsprechend hoch. Langweilig – ich wollte das ganze lieber mit „Amateuren“ machen. Der Ansatz war, einen Menschen, der noch nie oder sehr selten mal vor der Kamera stand so zu fotografieren, dass die Grenze zwischen Profi und Amateur nicht mehr ganz klar ist. Natürlich ist das Make-Up und die entsprechende Kleidung ein Punkt der viel zu dem Look beiträgt. Jeans und Karo-Hemd gehen da leider nicht 🙂 Orientiert euch am Besten an den bisherigen Fotos, die ich hier regelmäßig zeigen werde. Wenn ihr unsicher seid, ob euer Look passend ist, kontaktiert mich einfach mal vorab. Ich habe durch die Hochzeitsfotografie auch Kontakt zu Make-Up Artists die ich dann auch mal hinzuziehen kann.

Also nochmal zusammengefasst:

Matthias fotografiert schwarz-weiß, unscharf, mit viel Hollywood-Flair. Die Modelle sollten am besten ungeübte Amateure sein und am Ende soll das Ganze in einem Buch enden.

Ich möchte diesem Genre aber auch gerne meine eigene Note aufdrücken. Also nicht unbedingt jede „Marlene Dietrich Pose“ bis zum Exzess wieder und wieder abfotografieren. Individuell bleiben bei soviel Inspirationsquellen ist schon eine Herausforderung 😀

Die Teilnahme an diesem Projekt bedingt natürlich, dass ihr mit einer Veröffentlichung der Bilder einverstanden seid. Alles andere würde keinen Sinn machen. Ihr erhaltet von mir als Gegenwert für eure Zeit die Bilder aus diesem Shooting. Das Buch möchte ich am Ende des Projekts ( evt. Ende 2017 ) in kleiner Stückzahl drucken lassen. Details dazu werde ich im Laufe des Jahres mal aufschreiben. Ich verfolge keinen kommerziellen Zweck – am Enden möchte ich nur irgendwie die Kosten gedeckt haben, damit ich einige der Bücher auch verschenken und weitergeben kann.

Wenn ihr Bock auf so ein Projekt habt, dann schreibt mich an. Ich würde mich riesig freuen, wenn am Ende des Jahres ein richtig fettes Buch dabei rumkommt, auf das wir vielleicht alle ein bisschen stolz sein können.

 

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