17
Jan
2020
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Das Rodebachtal

Wozu in die Ferne schweifen ?

Als ich mir kürzlich den Bildband der „German Roamers“ zulegte war ich beim durchblättern baff, was es für unfassbar schöne Stellen in Deutschland gibt. Als ich länger darüber nachdachte, wurde mir klar wie wenig Ich und auch bestimmt viele andere die hier mitlesen von der Natur unseres Landes wissen.

Wir fliegen um die Welt, an die entlegensten Winkel um uns zu „erden“ und kennen meist nichtmal den Namen des Naturschutzgebietes 2 Orte weiter.Aber dafür finden wir uns mühelos in einem vietnamesischen Bergdorf zurecht. Strange !

Neulich sprach ich mit jemanden der aus meiner Ecke kommt , seit 30 Jahren hier lebt und noch nie was von der Teverener Heide gehört hat.

So machte ich mich heute morgen um 6 auf ins Rodebachtal bei Gangelt. Schottische Hochlandrinder laufen hier frei durch die Gegend. 10 Minuten vom Parkplatz entfernt hast du das Gefühl in einer anderen Welt zu sein.

Ich stapfe 45 Minuten durchs Moor und finde nicht ein einziges dieser Tiere. Doch plötzlich zwischen zwei Bäumen sehe ich eins im Gras liegen. So gewaltig, man hört das tiefe Ein- und Ausatmen. Ich setzte mich in gehörigem Abstand auf den feuchten Boden und warte. Und nach einer knappen Stunde nähert es sich mir gemächlich und wir sind höchstens Zwei Meter voneinander entfernt. Ein unfassbares Gefühl. Aber das Interesse an mir hält nicht lange vor und bald trottet es weiter. Scheinbar bin ich kein Eindringling und so gehe ich einfach nebenher mit. Nochmal 1 Stunde kreuz und quer durchs Moor und es stört sich nichtmal an mir.

An einem kleinen See mache ich Rast und köchel mir einen dünnen Kaffee. Dazu ne Scheibe Knäckebrot – das Leben kann so einfach sein.


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